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Wasserstoff aus dem Schwarzwald: Wie ein Diamantierbetrieb zum Reiseziel für Berliner Klimapolitik wurde

10. Juli 2026/in Allgemein /von Misheel Enkh-Amgalan

Weiter ging es mit der Stiftung Klimaneutralität in den Hochschwarzwald, um anzusehen, wie Energiewende jenseits von Modellrechnungen aussieht: bei der August Weckermann KG in Eisenbach, einem Familienunternehmen, das einen Teil seiner Energie mittlerweile selbst erzeugt und speichert. Organisiert und begleitet wurde der Besuch von der Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), die das Projekt von Anfang an verfolgt hat.

Möglich macht das eine Anlage, die Photovoltaik, Elektrolyse und Brennstoffzelle zu einem geschlossenen Kreislauf verbindet: Überschüssiger Solarstrom wird in Wasserstoff verwandelt, gespeichert und bei Bedarf wieder in Strom zurückverwandelt. Bis zu 90 Prozent seines Energiebedarfs kann das 1885 gegründete Unternehmen damit künftig selbst decken. Einen Millionenbetrag hat die Familie in das Projekt investiert, den überwiegenden Teil davon aus eigener Kraft; das Land Baden-Württemberg unterstützte das Vorhaben 2022 als eines von acht Leuchtturmprojekten landesweit mit 2,5 Millionen Euro.

David und Karl Josef Duttlinger führten die Gäste aus Berlin durch ein Unternehmen, das eigentlich für etwas ganz anderes bekannt ist: als Weltmarktführer im Diamantieren von Oberflächen, dessen glänzende Veredelungen in Badarmaturen von Grohe und Hansgrohe oder in Schreibgeräten von Montblanc stecken. Spürbar war bei dem Rundgang vor allem, wie sehr die Familie hinter dem Projekt steht. „Wir wollten nicht abwarten, bis alle Rahmenbedingungen perfekt sind“, sagt David Duttlinger. „Man muss einfach anfangen.“ Für die Duttlingers ist die Anlage längst mehr als ein technisches Vorhaben – sie sehen darin auch eine Verantwortung, die über das eigene Unternehmen hinausreicht.

„Ich habe das von Anfang an begleitet – und es ist schön zu sehen, mit welcher Überzeugung diese Familie dahintersteht“, sagt Schwarzelühr-Sutter. Ob russisches Gas, der Krieg im Nahen Osten oder zuletzt die Blockade der Straße von Hormus: Wer einen Teil seiner Energie selbst erzeuge und speichere, entziehe sich diesem Hin und Her ein Stück weit, so die Staatssekretärin.

Für Silja Pieh und Thomas Losse-Müller ist Eisenbach ein Beispiel für etwas, das sie in ihrer Arbeit für die Stiftung Klimaneutralität immer wieder betonen: dass Energiewende und industrielle Wettbewerbsfähigkeit sich nicht widersprechen, sondern bedingen. „Wer Energie effizienter nutzt und fossile Importe reduziert, stärkt die industrielle Wertschöpfung, macht Unternehmen resilienter und sichert langfristig Standorte und Beschäftigung“, sagt Pieh, die die Stiftung seit Anfang 2026 mitleitet. Eisenbach zeige, dass das kein abstraktes Prinzip sei, sondern in einem 150-Mitarbeiter-Betrieb im Schwarzwald konkret gebaute Realität werden könne.

Zwei weitere Stationen der Reise

Die Delegation der Stiftung Klimaneutralität besichtigte zudem das Pumpspeicherkraftwerk der Schluchseewerk AG mit Sitz in Laufenburg, deren Schluchsee als größter Energiespeicher Deutschlands mit bis zu 91.000 Megawattstunden Kapazität gilt. Ebenfalls auf dem Programm stand der im Bau befindliche Redox-Flow-Batteriespeicher der Flexbase Group im schweizerischen Laufenburg, der nach Fertigstellung mit einer geplanten Kapazität von über 1,6 Gigawattstunden der größte seiner Art weltweit sein soll.

Über die Stiftung Klimaneutralität

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https://xn--schwarzelhr-sutter-u6b.de/wp-content/uploads/2026/07/Weckermann-Stiftung-Klimaneutralitaet.jpeg 1200 1600 Misheel Enkh-Amgalan https://xn--schwarzelhr-sutter-u6b.de/wp-content/uploads/2024/11/rsl-logo-mdb.png Misheel Enkh-Amgalan2026-07-10 10:38:242026-08-20 10:40:07Wasserstoff aus dem Schwarzwald: Wie ein Diamantierbetrieb zum Reiseziel für Berliner Klimapolitik wurde

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