Wo Europas Stromnetz geboren wurde, entsteht jetzt die größte Batterie der Welt
Am „Stern von Laufenburg“, wo 1958 zum ersten Mal die Stromnetze von Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammengeschaltet wurden, entsteht derzeit eine 27 Meter tiefe Baugrube: Kernstück des künftigen Technologiezentrums Laufenburg, in dem die Schweizer Flexbase Group nach eigenen Angaben den größten Redox-Flow-Batteriespeicher der Welt bauen will. Als erste Station ihrer Reise durch die Region besuchte eine Delegation der Stiftung Klimaneutralität um deren Direktoren Silja Pieh und Thomas Losse-Müller die Baustelle. Organisiert hatte den Kontakt Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.
Flexbase-Gründer Marcel Aumer führte die Delegation durch das Projekt: geplante Speicherkapazität über 2,1 Gigawattstunden, eine Leistung vergleichbar mit dem Kernkraftwerk Leibstadt. Finanziert wird das milliardenschwere Vorhaben vollständig privat, ohne staatliche Beteiligung. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.
Redox-Flow-Technologie ist dabei keine Neuheit, sondern – ähnlich wie Pumpspeicherkraftwerke – eine bewährte, extrem langlebige Technik, die derzeit immer effizienter wird. International wird sie zunehmend im großen Maßstab eingesetzt, mit Japan, China und Südkorea als Vorreitern; auch in Deutschland wird dazu geforscht, etwa am Fraunhofer-Institut.
Für Silja Pieh untermauerte der Besuch, dass innovative Speichertechnologien großes Potenzial für eine erfolgreiche Energiewende bieten
„Die Kombination aus Speicher und Rechenzentrum zeigt, was Flexibilisierung praktisch bedeutet: So wird die Stromnachfrage in Zeiten großen Angebots mit niedrigen Preisen verschoben. Dadurch werden Lastspitzen geglättet und das gesamte System profitiert. Aus einem reinen Verbraucher wird so ein Baustein der Netzstabilität und die KI-Infrastruktur unterstützt die Energiewende. Damit hat dieses Projekt Vorbildcharakter.“
Möglich macht das Projekt vor allem die besondere Lage direkt am zentralen Netzknotenpunkt Europas – ein Standortvorteil, der sich anderswo kaum eins zu eins wiederholen lässt.
Schwarzelühr-Sutter verwies ebenfalls auf die Kombination aus Batteriespeicher und KI-Rechenzentrum am selben Standort: „Wer Erneuerbare Energie speichert und gleichzeitig Rechenkapazität in Europa aufbaut, schafft ein Stück technologische Unabhängigkeit – von außereuropäischen Cloud-Anbietern genauso wie von schwankenden Stromnetzen.“
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