Kreislaufwirtschaft verbindet Deutschland und Japan
Im BMUKN durfte ich eine Delegation des japanischen Wirtschaftsverbands Keidanren im Bundesumweltministerium empfangen. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Rolle der Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und wirksamen Umwelt- und Klimaschutz.
Es freut mich sehr, dass das große Interesse an der Kreislaufwirtschaft unsere japanischen Gäste heute zu uns geführt hat. Sie ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine der zentralen Antworten auf mehrere, sich gegenseitig verstärkende Umweltkrisen: den Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und die zunehmende Umweltverschmutzung. Auch gewinnen wir durch Kreislaufwirtschaft Rohstoffe zurück, und machen uns damit geopolitisch unabhängiger.
Wie der Global Resources Outlook zeigt, gehen mehr als 55 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und über 90 Prozent des globalen Biodiversitätsverlustes auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen zurück. Eine Transformation hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise ist daher ein zentraler Hebel für den Umwelt- und Klimaschutz.
Auf europäischer Ebene ist in den vergangenen Jahren ein umfassender Ordnungsrahmen für die Kreislaufwirtschaft entstanden. Dazu gehören unter anderem Regeln für nachhaltiges Ökodesign, digitale Produktpässe und eine erweiterte Herstellerverantwortung. Mit dem angekündigten EU Circular Economy Act soll dieser Rahmen weiterentwickelt und systematisch gebündelt werden – mit Wirkung für alle Mitgliedstaaten.
In Deutschland bildet die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) das zentrale Dach für die sektorübergreifende Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen.
Der Austausch mit unseren japanischen Partnern zeigt, dass die Kreislaufwirtschaft nicht nur eine ökologische Notwendigkeit ist, sondern auch eine große wirtschaftliche Chance darstellt. Internationale Kooperationen wie diese sind entscheidend, um globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Die Begegnung unterstreicht die wachsende Bedeutung der deutsch-japanischen Zusammenarbeit im Bereich nachhaltiger Wirtschaftsmodelle und setzt ein starkes Signal für eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Industriepolitik.

