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Die Feuerwehr Waldshut-Tiengen mit Rita Schwarzelühr-Sutter im Deutschen Bundestag

Feuerwehr Waldshut-Tiengen zu Besuch im Deutschen Bundestag

Ich freue mich, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehr Waldshut-Tiengen meiner Einladung gefolgt sind und am vergangenen Freitag den Deutschen Bundestag besucht haben und wir uns zum Gespräch getroffen haben. Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Deshalb kam das Thema natürlich auch in der Diskussion mit der Feuerwehr Waldshut zur Sprache. Denn gerade die zunehmenden Extremwetterereignisse, wie schwere Stürme, wirken sich unmittelbar auf die Arbeit der Feuerwehren in unserem Land aus. Deutschland steht beim Klimaschutz besonders in der Verantwortung und dieser müssen wir gerecht werden. Neben dem Klimaschutz haben wir aber auch über die Hochrheinschiene oder die Pflegesituation in Deutschland gesprochen. Es ist immer wichtig von den Menschen im direkten Austausch zu erfahren, wo der Schuh drückt. Ein Besuch des Bundeskanzleramtes sowie das Verfolgen einer Plenumsdebatte gehörten neben dem Gespräch  zu den weiteren Punkten des Berlin-Programms. Ich danke den Einsatzkräften sehr für Ihren Besuch hier in Berlin.

 

 

Sanitätshaus Schneider

Zweiter Termin zum Thema Gesundheit in Bad Säckingen: Gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Guhl habe ich die neuen Räume des Sanitätshaus Schneider in Bad Säckingen besichtigt. Es ist faszinierend, wie alte und neue Techniken in der Orthopädietechnik des Familienbetriebs der Familie Sittler benutzt werden, um den Alltag von Menschen durch Hilfsmitteln zu erleichtern. Vieles wird zudem vor Ort in diesem tollen mittelständischen Unternehmen hergestellt. Ich gratuliere zur Neueröffnung und wünsche für die Zukunft alles Gute!


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Spezialisiert auf Orthopädie und Rehatechnik: Rita Schwarzelühr-Sutter besucht Sanitätshaus Schneider in Obersäckingen

 

 

 

Der Gesundheitscampus in Bad Säckingen

Wieder einmal bekräftige ich: Die Grundlagen müssen geschaffen werden, damit der Gesundheitscampus in Bad Säckingen kommt. Heute habe ich mit Bürgermeister Alexander Guhl, dem Geschäftsführer der Gesundheitscampus GmbH Peter Mast und dem neuen zweiten Geschäftsführer des Reha-Klinikums in Bad Säckingen, Karl-Heinz Schurz getroffen, um mich über die neusten Entwicklungen des Gesundheitscampus vor Ort zu informieren. Klar ist, dass eine Solidarität untereinander im Landkreis Waldshut unabdingbar ist und dass das Land Baden-Württemberg zu seinen Zusagen stehen muss – es geht jetzt darum, dass man im Verbund zusammenarbeitet. Der Gesundheitscampus Bad Säckingen wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität nicht nur im Landkreis, sondern am ganzen Hochrhein zu stärken.


Hier geht’s zur Berichterstattung des Südkuriers:

Mehr Unterstützung für den Gesundheitscampus nötig: Was Landkreis und Land tun sollten

 

Besichtigung Kirchliche Sozialstation Dreisamtal Kirchzarten

 Bei einer Besichtigung der Kirchlichen Sozialstation Dreisamtal in Kirchzarten sprach mit der Geschäftsführerin Christine Hodel, der Pflegedienstleiterin Sabine Jakobi und der Funktionsmitarbeiterin Anja Keller über die Auswirkungen des alltäglichen „Papierkriegs“ auf die Effizient der Pflegedienste.

Eine gute Dokumentation dient sowohl der Qualitätssicherung, als auch der Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber sie darf nicht die Arbeit ausbremsen. Digitalisierung ist nicht immer einfach, aber im Bereich der Pflegdienste könnte sie in der Tat vieles vereinfachen und wertvolle Zeit sparen. Beispielsweise könnte eine von den Pflegediensten angeregte E-Akte von Anfang an die Behandlung einer Patientin oder eines Patienten durch die gute Erreichbarkeit und die Bündelung der Informationen immens erleichtern. Bis jetzt werde etwa 25 Prozent der Arbeitskraft von Pflegediensten für das Ausfüllen von analogen Formularen aufgebracht. Ein Zustand, der sich also vermeiden ließe.

Pflege muss wertgeschätzt werden und nicht nur in der Bezahlung, sondern auch im Arbeitsablauf muss diese Wertschätzung widergespiegelt werden.

 

Austausch mit Christian Ramm

Christian Ramm ist Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Freiburg.

In den Räumen der Agentur für Arbeit Freiburg tauschte ich mit den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg, Christian Ramm, über den Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Flucht und Asyl, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die Arbeitssituation von Jugendlichen, soziale Teilhabe und Langzeitarbeitslosigkeit aus.

Fakt ist, dass sich die Art der Beschäftigung in der Zukunft ändern wird. Diese Veränderung muss jedoch nicht negativ sein, sondern kann auch genügend positive Aspekte beinhalten und den Arbeitsmarkt sogar stabilisieren. Das Teilhabechancengesetz bildet beispielsweise die Grundlage dafür, dass Weiterbildungskosten während des Arbeitsverhältnisses in Höhe von bis zu 3.000 Euro erstattet werden.
Denn: Arbeit bedeutet nicht nur Geld verdienen, sondern auch am alltäglichen Leben teilhaben.

 

THW-Ortsverbände am Hochrhein werden gestärkt

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag den Haushaltsentwurf 2020 beraten und dabei eine Reihe von Änderungen für das THW beschlossen.

Mit der neuerlichen Erhöhung der Selbstbewirtschaftungsmittel der THW-Ortsverbände um insgesamt rund 6,7 Millionen Euro stärken wir bundesweit das wichtige Engagement der THW-Ortsverbände. Im Durschnitt erhalten diese 10.000 Euro zusätzlich, abhängig von Aufteilung vom Landesverband, Helferzahl und Fahrzeugausstattung. Davon werden auch die drei THW Ortsverbände am Hochrhein Waldshut-Tiengen, Laufenburg und Bad Säckingen profitieren. Mit dieser Unterstützung wollen wir einen verbesserten Dienst-, Ausbildungs- und Einsatzbetrieb ermöglichen.

Neben der Erhöhung der Selbstbewirtschaftungsmittel hatte die SPD-Bundestagsfraktion auch erreicht, dass die bereits 2019 beschlossenen Erhöhungen – entgegen der Planungen des Innenministeriums – auch in 2020 fortgeführt werden.

Das betrifft:
– die erhöhte Aufwandsentschädigung (800.000 Euro),
– die bundesweite Kampagne zur Nachwuchsförderung (3 Mio. Euro)
– die Stärkung der THW-Jugend (290.000 Euro).
– das zusammen mit der DLRG betriebene EU-Modul 17 (200.000 Euro) und
– das UN-Training Support Center (1,5 Mio. Euro) bei der Bundesschule in Neuhausen/Fildern

Das mit dem letzten Haushalt (2019) begonnene Beschaffungsprogramm für Notstromaggregate (50 kVA) wird fortgesetzt und ausfinanziert. Nach den ersten 100 Stück, werden mit dem Haushalt 2020 knapp 34 Mio. Euro bis 2023 zur Verfügung gestellt, so dass am Ende jedem der 668 Ortsverbände ein eigenes Notstromaggregat zur Verfügung stehen wird. Damit soll gewährleistet werden, dass das THW im Krisenfall selbst handlungsfähig ist und bleibt – flächendeckend.

Zur weiteren Stärkung der Krisenfestigkeit des THW wurde mit dem Haushalt 2019 bereits 50 Stellen für die bundesweite Koordinierung zur Verfügung gestellt. Diesen Beschluss wurde im Haushalt 2020 ergänzt mit der Beschaffung sog. „Bereitstellungsräume 500“ (BR 500). Nachdem das System bereits seit über zehn Jahren in Norddeutschland entwickelt und erprobt wurde, war bereits mit dem Regierungsentwurf zum Haushalt 2020 ein weiterer „BR 500“ für Westdeutschland geplant. Heute wurden 2,5 Mio. Euro für die Beschaffung von zwei weiteren „BR 500“ für Süd- und Ostdeutschland zur Verfügung gestellt, so dass das THW künftig bei Großschadensereignissen in allen vier Himmelsrichtungen noch besser aufgestellt ist. Zur Etablierung der dafür ebenfalls notwendigen, neuen IT-gestützten Einsatzkoordinierung werden 5 Mio. Euro bis 2024 bereit.

Außerdem wird die Bundesvereinigung der Helfer und Förderer des Technischen Hilfswerks e.V., die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern wird, mit zusätzlichen Personalmitteln und 400.000 Euro für Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Helferinnen und Helfern und deren stärkeren Identifikation mit dem THW gestärkt.

 

Bildung muss umsatzsteuerfrei sein

Der Landkreis Waldshut ist von einer dichten Bildungsstruktur geprägt. Volkshochschulen und Musikschulen sorgen dafür, dass alle Bürgerinnen und Bürger einen Zugang zu Bildung und Teilhabe an lebenslangem Lernen haben. Bildung darf daher nicht zusätzlich mit einer Umsatzsteuer belastet werden.

Eine Neuregelung ist sinnvoll, denn die Regelungen waren in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und des Europäischen Gerichtshofs. Die Anpassung dient also der Rechtssicherheit und Klarheit. Außerdem soll mit der Neuregelung auch Verwaltungsaufwand vermieden werden: Bisher sieht das nationale Recht für bestimmte private Bildungseinrichtungen ein Bescheinigungsverfahren vor – darauf soll zukünftig verzichtet werden.

Hintergrund ist der „Entwurf eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ der Bundesregierung. Hierbei sollen die Regelungen für Bildungsleistungen im nationalen Umsatzsteuergesetz (UStG) vollständig an die für alle Mitgliedstaaten der EU verbindlichen Vorgaben der sogenannten Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie (Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 20106 über das gemeinsame Mehrwertsteuer-System) angepasst werden. Durch die Neuregelung sollen alle Bildungsleistungen, die bisher steuerfrei sind, vollständig unter die neu gefasste Steuerbefreiung des § 4 Nr. 21 UStG fallen. Manche Bildungseinrichtungen befürchten nun, dass mit diesem Gesetz auf ihre Bildungsangebote eine Umsatzsteuer erhoben wird.

Für die SPD-Bundestagsfraktion ist jedoch völlig klar: wir stimmen dem Gesetz nur zu, wenn sichergestellt ist, dass Bildungsleistungen wie bisher von der Umsatzsteuer befreit sind. Bildungsleistungen sollten auch künftig unabhängig von der Rechtsform des Anbieters steuerfrei sein.

 

Rita-SchwarzelührSutter mit Außenminister Heiko Maas bei der UN in New York

Zurück von Klimagipfel in New York – Debatte im Deutschen Bundestag zum Klimaschutzpaket

Am Donnerstag bin ich vom UN-Klimagipfel und UN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York zurückgekehrt, wo die Bundesregierung auch ihr Klimaschutzpaket vorgestellt hat. Die geplanten Maßnahmen wurden von Seiten der internationalen Staatengemeinschaft entgegen der in  Deutschland stattfindenden Debatte positiv bewertet. Natürlich sind wir Sozialdemokraten mit einem ehrgeizigeren Paket und die Klimaschuzzverhandlungen gegangen. Wir nehmen die aufgekommene Kritik zu dem Klimapaket sehr ernst und sind für Änderungsvorschläge offen. Gerade der niedrige Einstiegspreis bei der geplanten CO2-Bepreisung hat viele kritische Stimmen hervorgerufen. Wir als SPD haben uns hier auch mehr vorstellen können. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass dieses Klimapaket insgesamt in die richtige Richtung geht. Vor allem mit dem Klimaschutzgesetz werden wie den Klimaschutz erstmals rechtlich verbindlich machen und einen jährlichen Kontrollmechanismus im Gesetz festschreiben.

 

Hintergrundinformationen (Quelle: BMU)

Auf Einladung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen kamen am 23. September über 60 Staats- und Regierungschefs nach New York, um ihre Pläne für wirksamen Klimaschutz vorzustellen. Für Deutschland stellte Bundeskanzlerin Doktor Angela Merkel das am 20. September beschlossene Klimapaket vor und bekräftigte, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral sein wolle. Im Fokus des Gipfels stand die Vorbereitung auf die Neuvorlage der Klimaziele unter dem Pariser Klimaschutz-Abkommen, die im nächsten Jahr ansteht.

Wenige Tage nach den weltweiten Protesten für mehr Klimaschutz und nach einer emotionalen Rede der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg, kündigten 59 Länder eine Verbesserung ihrer Klimaziele im nächsten Jahr an. Außerdem kündigten 66 Länder sowie eine Vielzahl an Städten, Regionen, Unternehmen und Investoren an, eine Langfriststrategie zu erarbeiten, um bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden.

Ministerin Schulze dazu: „Der Gipfel hat gezeigt, welche Dynamik der Klimaschutz in vielen Ländern und Unternehmen inzwischen entwickelt hat. Die Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzpaket den Grundstein dafür gelegt, dass Deutschland seine Verantwortung wahrnehmen und wieder zu der Spitzengruppe aufschließen kann. Aber wir sind national und international noch nicht da, wo wir hin wollen und müssen. Jetzt wird auf allen Ebenen mit voller Energie daran gearbeitet, weitere Fortschritte im Klimaschutz zu machen.“

Die bisherigen Klimaziele der Länder unter dem Paris Abkommen (Nationally Determined Contributions, NDCs) würden – selbst bei vollständiger Erfüllung – zu einer Erhitzung von etwa drei Grad Celsius führen, mit katastrophalen Folgen und einem hohen Risiko, irreversible und selbstverstärkende Entwicklungen im Erdsystem in Gang zu setzen. Deutschland unterstützt im Rahmen der NDC-Partnerschaft Entwicklungsländer dabei, ihre NDCs zu verbessern und umzusetzen.

Der Gipfel brachte eine Vielzahl von Ankündigungen hervor. Eine Auswahl: Dänemark setzt sich das Ziel bis zum Jahr 2030 die Emissionen um 70 Prozent zu reduzieren und spätestens 2050 klimaneutral zu werden. Island will dieses Ziel bis 2040 erreichen, Finnland bis 2035. Indien wird bis zum Jahr 2022 eine Kapazität von 175 Gigawatt (GW) erneuerbare Energie installieren und plant, dies auf 450 GW weiter zu steigern. Ministerin Svenja Schulze kündigte den Beitritt Deutschlands zur internationalen Kohleaustiegs-Koalition an. Griechenland wird bis zum Jahr 2028 aus der Kohle auszusteigen, die Slowakei setzte das Jahr 2023 als Enddatum für die Förderung und Verstromung von Kohle. Auch Ungarn wird aus der Kohle aussteigen und plant ab 2030 nur noch E-Busse in den großen Städten des Landes einzusetzen. Pakistan setzt sich das Ziel, zehn Milliarden Bäume in den nächsten fünf Jahren zu pflanzen. Russland verkündete die Ratifikation des Pariser Klimaschutzabkommens. Katar wird eine klimaneutrale Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten. Luxemburg wird öffentlichen Personen-Nahverkehr ab nächstem Jahr kostenlos bereitstellen.

Auch die Finanzlandschaft verschiebt sich mit dem Gipfel weiter zu Gunsten des Klimaschutzes. Neun multilaterale Entwicklungsbanken, kündigten an, bis zum Jahr 2025 ihre Klimafinanzierung auf 65 Milliarden US-Dollar anzuheben, eine Steigerung um 50 Prozent. Neben Frankreich, Deutschland, Norwegen und UK kündigten weitere Länder, wie Schweden und Luxemburg eine Verdopplung ihrer Beiträge zum Green Climate Fund an. Die britische Zentralbank wird einen Klimaschutz-Stresstest für die britischen Banken durchführen. Zwölf große Vermögensverwalter mit einem Kapital von zusammen 2,4 Billionen US-Dollar, darunter Allianz SE, kündigten an ihr gesamtes Portfolio auf netto-null Emissionen bis 2050 auszurichten.

Und die Signale kommen in der Wirtschaft zunehmend an: Die weltweit größte Containerschiff-Reederei Maersk kündigte an, bis zum Jahr 2030 Schiffe mit CO2-freier Antriebstechnologie zu entwickeln und auf Tiefsee-Routen einzusetzen und kooperiert dazu mit Häfen, Brennstoffherstellern und anderen. Energie-Unternehmen wie ENGIE, Iberdrola und Orsted bekennen sich zum Ziel der Klima-Neutralität. Orsted wird dieses Ziel im Jahr 2025 erreichen. Schweden und Indien riefen die Industry Transition Leadership Group ins Leben, bei der Deutschland und deutsche Unternehmen wie Thyssenkrupp Mitglied sind. Der indische Zementhersteller Dalmia bekannte sich dazu bis zum Jahr 2040 CO2-negativ zu werden und der schwedische Stahlhersteller SSAB kündigte an, bei der Stahlproduktion Kohle durch Wasserstoff zu ersetzen und so ab dem Jahr 2025 CO2-freien Stahl auszuliefern.

Der Gipfel gab auch der internationalen Kooperation einen Schub: Verschiedene Initiativen wurden präsentiert, die in Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Akteuren Lösungen in konkreten Wirtschaftssektoren entwickeln und verbreiten sollen. Das BMU leitete die Vorbereitungen zum Thema Klimafinanzierung für Städte:

Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investment Bank, verkündete die von BMU angeführte Initiative „Leadership for Urban Climate Investments“ (LUCI). LUCI erhöht die finanziellen Ressourcen für klimarelevante städtische Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern und vereint dafür mehr als zehn Initiativen mit mehr als 25 Partnern; darunter nationale Regierungen, Städtenetzwerke, Finanzinstitutionen, internationale Organisationen und Think Tanks. Deutschland (BMU/Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)) plant bis zu 63 Millionen Euro für LUCI Initiativen bereitzustellen.

Eine wesentliche Komponente von LUCI ist der „Cities Climate Finance Gap Fund“ der gemeinsam mit dem Global Covenant of Mayors initiiert wurde. Der Gap Fund ist ein innovativer Fonds, der Städte dabei unterstützt, klimafreundliche Projekte zu planen und anschließend Finanzierung zu finden. Mit einem angestrebten Budget von mindestens 100 Millionen Euro hat der Gap Fund das Potenzial mehr als vier Milliarden Euro an Investitionen für Infrastrukturprojekte zu mobilisieren. Deutschland und Luxemburg planen den Gap Fund mit bis zu 50 Millionen Euro zu unterstützen.

 

Beschlüsse des Klimakabinetts markieren Neuanfang für deutsche Klimapolitik

Das Klimakabinett der Bundesregierung hat das bislang umfassendste Klimaschutzpaket auf den Weg gebracht, das es in Deutschland je gab. Die Beschlüsse sehen erstmals gesetzlich verbindliche Klimaziele für die Sektoren Verkehr, Energie, Industrie, Gebäude, Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft vor. Diese sollen in einem Klimaschutzgesetz mit jährlich sinkenden Treibhausgas-Budgets festgeschrieben werden. Für jeden dieser Bereiche vereinbarte das Klimakabinett zahlreiche neue Maßnahmen: Vorgaben, Anreize, Förder- und Investitionsprogramme. Kommt ein Bereich dennoch vom vereinbarten Klimakurs ab, greift ein Sicherheitsnetz in Form einer gesetzlich verpflichtenden Nachsteuerung. Dann muss das zuständige Ministerium umgehend weitere Maßnahmen vorlegen.

©BMU

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Das Klimaschutzprogramm 2030 umfasst Maßnahmen aus allen Bereichen: Dazu gehört ein verbindlicher Kohleausstieg sowie der gesetzlich festgeschriebene Ausbau der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent bis 2030 mit den erforderlichen Rahmenbedingungen. Die Bremsen beim Zuwachs der Erneuerbaren Energien werden beseitigt, so unter anderem die Deckelung des Photovoltaikausbaus. Zur Förderung der Elektromobilität wird die Kaufprämie angehoben mit dem Ziel, dass in Deutschland in zehn Jahren sieben bis zehn Millionen Elektroautos fahren. Bis 2030 sollen eine Million Ladepunkte zur Verfügung stehen. Auch der öffentliche Nahverkehr soll massiv gefördert werden, zudem investiert der Bund in das Schienennetz. Bahnfahrten werden künftig billiger durch eine Senkung der Mehrwertsteuer, dafür werden Flüge teurer durch eine Erhöhung der Luftverkehrsabgabe. Eine Reform der Kfz-Steuer soll für einen Anreiz zum Kauf von emissionsärmeren beziehungsweise –freien Fahrzeugen sorgen. Auch die Modernisierung von Heizungsanlagen, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Wänden wird stärker unterstützt über Förderprogramme oder einen Steuerabzug. Der Einbau neuer Ölheizungen wird ab 2026 nicht mehr gestattet, wo eine klimafreundliche Wärmeerzeugung möglich ist. Wer seine Ölheizung gegen ein umweltfreundliches Modell eintauscht, erhält 40 Prozent Förderung.

Das Klimakabinett verständigte sich auch auf den Einstieg in eine CO2-Bepreisung, die das Verbrennen von Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas moderat teurer machen wird. Allerdings behält der Staat die Einnahmen nicht für sich, sondern investiert sie in den Klimaschutz und gibt sie an die Bürgerinnen und Bürger zurück. Das geschieht vor allem über eine Senkung der EEG-Umlage. Im Zusammenspiel werden CO2-Preis und Förderprogramme dazu führen, dass es sich für Verbraucher künftig stärker lohnt, sich für klimafreundliche Produkte zu entscheiden.

Die politischen Beschlüsse von heute werden nun in das ausführliche Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung überführt, das dann vom Bundeskabinett beschlossen wird. Anschließend folgt die gesetzliche Umsetzung unter anderem im Klimaschutzgesetz.

Quelle: BMU

Schülergruppe der Hans Thoma Schule Laufenburg in Berlin

Ein ganz besonderer Fokus bei dem Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern  der Hans Thoma Schule aus Laufenburg haben am Mittwoch, den 18. September, lag diesmal auf dem Thema Klima. Das verwundert natürlich nicht, da gerade in dieser Woche hier wichtige Entscheidungen anstanden. Wir sehen es auch jeden Freitag bei den Fridays for Future-Demos – der Klimaschutz ist für viele Schülerinnen und Schüler das entscheidende Thema überhaupt. Es geht letztlich um ihre Zukunft und darum, dass wir den kommenden Generationen einen lebenswerten Planeten überlassen. Zu einem lebenswerten Planeten gehört auch, dass wir uns beispielsweise um die Endlagerung des radioaktiven Abfalls aus unseren Atomkraftwerken kümmern. Auch hier rüber haben wir intensiv diskutiert. Es waren wirklich spannende Fragen dabei und ich freue mich, dass sich die Jugendlichen so intensiv auf den Besuch im Deutschen Bundestag und die Diskussion vorbereitet haben.

Neben der Diskussion stand für die Schülerinnen und Schüler auch noch eine Besichtigung des Reichstagsgebäudes in Begleitung der Lehrkraft Klaus Lohner und der Begleitperson Sandra Lutz auf dem Programm.